domicil Förderpreis 2025/2026
Auch 2025/2026 wurde vom domicil e.V. Dortmund ein Förderpreis für junge Musiker*innen sowie Bands ausgelobt, mit dem insbesondere das kreative Schaffen gefördert und ausgezeichnet werden soll.
Der Förderpreis 2025/2026 wurde u.a. gefördert von #dortMUT - DSW21.
Der domicil Förderpreis ist mit Preisgeldern (1. Preis 1000€, 2. Preis 600€, 3. Preis 400€, Solist*innenpreis 250€) sowie professionellen Konzert- und Videoproduktionen dotiert. Die ausgezeichneten Acts erhalten die Möglichkeit, ihre Finalkonzerte im domicil aufzeichnen zu lassen - inklusive Video und Streaming Formaten - und so ihre Arbeit nachhaltig zu präsentieren.
Die Live Finalrunde 2025/2026 mit Vergabe Jury- und Publikumspreis fand am 31.01.2026 im domicil statt.
Die Preisträger*innen:
Kravchenko Clees (1. Preis)
“The unusual and conceptionally exciting duo” - UK Jazz News
Das in Dresden gegründete und mittlerweile in Köln ansässige Duo, bestehend aus der ukrainischen Sängerin Kateryna Kravchenko und dem luxemburgischen Vibraphonisten Arthur Clees, erforscht erfrischende Ansätze zur Vertonung von Poesie, indem es vielfältige Klangwelten durch die einzigartige Kombination seiner Instrumente erkundet. Ihr gemeinsames Bestreben, musikalische Klischees und Grenzen zu durchbrechen, führte sie dazu, ein breites Spektrum an Genres zu erkunden – von elektroakustischen Experimenten bis hin zu Crossover-Kollaborationen mit klassischen Orchestern und interdisziplinären Projekten. Infolgedessen erhielten sie den Grand Prix beim International Jazz Juniors Competition in Krakau, was ihnen Einladungen zu international renommierten Festivals einbrachte. Ihr Debütalbum „Faces“, das in enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Produzenten und Saxophonisten Wanja Slavin entstanden ist, erscheint 2026.
Kateryna Kravchenko — Gesang, Komposition
Arthur Clees — Vibraphon, Komposition

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Alm (2. Preis)
Die Musik des Instrumentaltrios „Alm“ ist stark gezeichnet von den repetitiven und minimalistischen Mustern des Ambient-Genres. Wir bewegen uns ständig zwischen reduzierter Komposition und Improvisation, wodurch unser Fokus auf Klang und Zusammenspiel liegt.
Carlo Dayyani - Gitarre
Steven Moser - Schlagzeug
Seth Sjöström - Bass
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Bebop Brew (geteilter 3. Preis und Publikumspreis)
Das aufstrebende, junge Jazzquintett aus Westfalen bietet mit seinem neuen Programm eine Mischung aus traditionellem Swing und modernem Jazz. Nachdem sich die fünf talentierten Musiker im Alter zwischen 12 und 18 Jahren im Jugend-Jazz-Orchester Westfalen „Unijazzity“ kennengelernt hatten, gründeten sie im November 2024 diese Combo und standen unter anderem bereits im Jazzclub Domicil Dortmund, auf dem Big Band Festival Dortmund 2025, im Alten Schlachthof Soest und in der Kulturbar Lenz Paderborn auf der Bühne. Das junge Alter der fünf Musiker tut der Qualität ihrer Musik keineswegs einen Abbruch. Erst im November wurde die Band zuletzt beim Landeswettbewerb „Jugend Jazzt NRW“ mit einem 1. Preis ausgezeichnet.
Julius Neuhaus – Posaune
Luca Gaido – Altsaxophon
David Danyi – Kontrabass/Bassgitarre
Alexei Schwarz – Gitarre/Klavier
Florian Gasse – Schlagzeug
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Greta Gröning / Yuma Gao (geteilter 3. Preis und Solistinnenpreis für Greta Gröning)
Das Jazz-Duo Greta Gröning (Gesang) und Yuma Gao (Gitarre) widmet sich mit großer musikalischer Hingabe dem Jazz. Inspiriert von Bebop, Hardbop und Blues entwickeln sie einen stilbewussten, zugleich persönlichen Sound.
Swing, Improvisation und Balladen stehen im Zentrum ihres Schaffens – in einem kontinuierlichen musikalischen Dialog zwischen Gesang und Gitarre. Beeinflusst von Jazzgrößen wie Ella Fitzgerald und Joe Pass interpretieren sie die Jazztradition auf persönliche Weise.
Ihre Auftritte zeichnen sich durch Ausdrucksstärke und musikalische Offenheit aus und spiegeln die kreative Freiheit des Jazz wider – mit dem Ziel, ihre Begeisterung für diese Musik unmittelbar an das Publikum weiterzugeben.
Greta Gröning - Gesang
Yuma Gao - Gitarre

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Darius Blair Quartett (geteilter 3. Preis)
Für uns liegt die soziokulturelle Besonderheit des Jazz nicht in konkreten Aussagen, sondern in seiner Struktur: in der ständigen Spannung zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung. Jazz entfaltet seine Wirkung, weil Freiheit nicht als grenzenloses Chaos verstanden wird, sondern als Balanceakt zwischen persönlichem Ausdruck, dem Miteinander in einer Gruppe und den Vorgaben einer Komposition.
In unseren Kompositionen zeigen wir verschiedene Konzepte von Freiheit:
- Die Melodie als führendes Element über den harmonischen Rhythmus – sie gibt die Struktur vor, der sich die Harmonie unterordnet.
- Harmonien als Rahmen, an dem sich die Melodie orientiert.
- Die radikale Öffnung von Harmonie und Melodie, bei der aus einzelnen Tönen ganze Passagen entstehen, die ohne festen Rahmen auskommen.
Diese Freiheit ist stets an eine soziale Verantwortung gebunden. Wer frei spielt, muss zuhören, Raum lassen, reagieren und das gemeinsame Spiel tragen. Jazz als soziales Gefüge bedeutet: das eigene Spiel einzubringen, ohne das Ganze aus den Augen zu verlieren.
In allen drei Konzepten setzen wir Komposition und Improvisation bewusst gegeneinander – Struktur und Spontaneität, Planung und Moment. So entsteht ein musikalisches Geflecht, das den Einzelnen in seiner Freiheit anerkennt, ihn zugleich aber untrennbar mit den anderen verbindet. Unsere Musik verfolgt damit einen klaren soziokulturellen Ansatz: Freiheit entfalten heißt, aktiv aufeinander zu achten, sich gegenseitig zu tragen und gemeinsam ein größeres Ganzes zu gestalten – ein Prinzip, das weit über die Bühne hinaus wirkt.
Darius Blair - Saxophon
Laurens Tauber - Klavier
Jan Iser - Schlagzeug
Alisa Pou Montz - Bass

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Gefördert von:
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